Die Odyssee des Homer als große Sommertheater-Reise. Die Spielorte: die traditionelle Open-Air-Spielstätte Marientor, die Straßenbahn, ein Container beim alten Schlachthof und das Finale im Saal des alten Schlachthofes, der neuen Heimat des Theaters Naumburg. Das Chaos der Welt ist abgebildet in unterschiedlichen Spielweisen und Mitteln. Das Spiel mit verschiedenen Masken trifft auf den Einsatz einer großen Puppe. Körperliche Commedia dell’Arte trifft auf psychologische Ernsthaftigkeit im Showdown. Und worum geht es im Zentrum? Um einen alten, weißen Mann, der irgendwann zugibt, Fehler gemacht zu haben. Dieses Eingeständnis: im Grunde seine größte Heldentat. Eine gebeutelte Mannschaft wird gezeigt, die immer davon ausgeht, dass die erzählten Werte pure Glücksversprechen sind: Erobern, Kampf, Gewinn vermehren.
"Fürs Naumburger Sommertheater macht Regisseur Martin Pfaff aus dem klassischen Stoff einen vergnüglich-anregenden Abend – an mehreren Schauplätzen und mit spielfreudigem Ensemble. (…) Die gemeinsame Straßenbahnfahrt von Publikum und Ensemble vom gewohnten Sommertheater-Spielort am Marientor zum Hauptbahnhof und zur dort gelegenen, frisch eröffneten neuen Spielstätte im einstigen Schlachthof ist vielleicht die bemerkenswerteste von vielen charmanten Ideen der diesjährigen Sommerproduktion des Naumburger Theaters, die bei den ersten Aufführungen am zurückliegenden Wochenende heftig – und verdientermaßen- beklatscht wurde. (…) Regisseur Martin Pfaff ist es gelungen, Homers ausufernde und hochkomplex erzählte Originalvorlage auf eine wohltuend geraffte, selbst ohne allzu großes Vorwissen unkompliziert zu fassende und eben auch vergnügliche und dem Sommertheater-Affen ordentlich Zucker gebende Version einzudampfen. (…) Wie Regisseur Pfaff diesen berühmten Textteil in Szene gesetzt hat, sorgt für viele Lacher, denn ‚seine‘ Sirenen singen – Schlager! (…) Schon zu Beginn wird die berühmte Fanfare des Hollywood-Studios ‚20th Century Fox‘ eingespielt – was die (dann ja auch erfüllte) Erwartung schürt, sozusagen großes Kino erleben zu dürfen. (..) Womit wir beim fünfköpfigen Schauspiel-Team sind, das den vergnüglich-anregenden Abend mit Wandlungsfähigkeit – bis zu sechs Rollen pro Akteur – und großer Spielfreude trägt."
(Naumburger Tageblatt)
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